Ein ganz zentraler Bereich zur Gesundheitsvorsorge ist ein funktionierender Darm. Dabei geht es nicht nur um Koliken bzw. der Vermeidung von Koliken sondern auch darum, dass zum Beispiel im gesunden Darm des Pferdes B-Vitamine gebildet werden. B-Vitamine (besonders bekannt ist zum Beispiel Biotin) spielen eine wichtige Rolle für Haut, Fell und Hufhorn und unter anderem auch für das Nervenkostüm.
Die vielen Probleme der heutigen Pferde (Mauke, Sommerekzem, Headshaking, nervöse Störungen, ….) haben aus meiner Sicht als eine Teilursache (es gibt sicherlich auch noch weitere) eine gestörte Darmflora. Diese entsteht vor allem durch zuviel Stress, Fehler in der Fütterung und dem häufigen Antibiotika-Einsatz.
Ein Mittel, welches das Pferd wunderbar an diesem “wunden Punkt” unterstützt (und zudem auch noch preisgünstig ist) sind Effektive Mikroorganismen (EM).
Effektive Mikroorganismen
Teruo Higa, japanischer Agrarwissenschaftler, suchte ursprünglich nach einem Weg Pflanzenwachstum und Pflanzengesundheit mit Hilfe von Mikroorganismen zu verbessern. Er entwickelte 1982 eine Kombination aus Photosynthesebakterien, Milchsäurebakterien, Pilze und Hefen, die sich gegenseitig unterstützen und somit eine stabile Mischung bilden. Werden sie mit organischen Materialien zusammengebracht, produzieren die Mikroorganismen eine Fülle von nützlichen Substanzen wie Vitamine, organische Säuren, mineralische Chelatverbindungen und unterschiedliche Antioxidantien. Die perfekte Symbiose der Mikroorganismen in EM erzeugt somit starke regenerative Kräfte, die in unterschiedlichsten Milieus z. T. ganz überraschende Wirkungen entwickeln.
Das Müllaufkommen der Großstadt Kairo wird seit einigen Jahren mit EM verkompostiert. Hierdurch wird nicht nur eine erhebliche Geruchsbelastung verhindert, sondern auch die Kompostierung bis hin zu Plastik wird zeitlich um ein Vielfaches reduziert. Nach sechs bis acht Wochen können große Mengen des organisch verarbeiteten Mülls als kompostierte Erde wieder in den ökologischen Kreislauf zurückgegeben werden. Diese und weitere Informationen findet man z.B. unter:
http://www.bunkahle.com/Aktuelles/Gesundheit/Effektive_Mikroorganismen_EM.html
Das Buch “EM Lösungen kompakt – Pferde: Möglichkeiten und Grenzen der Effektiven Mikroorganismen” von Ernst Hammes gibt einen sehr guten Überblick über Anwendungsmöglichkeiten.
Auf der Reitanlage Gut Heinrichshof nutzen wir EM folgendermaßen:
- Anwendung beim Pferd – innerlich. Wir verwenden EM innerlich zur Unterstützung der Darmflora nach einer Antibiotika-Behandlung, bei Verdauungsbeschwerden oder auch beim Fellwechsel. Wir verabreichen es mit der Spritze ins Maul. Die Pferde nehmen es sehr gerne, einige sperren regelrecht das Maul auf, wenn man mit der Spritze kommt. Bei vielen Pferden sieht man in Kürze eine Verbesserung des Fells. Pferden mit Verdauungsproblemen (zum beispiel Blähungen, Neigung zu Verstopfung) kann damit oft sehr geholfen werden.
- Anwendung beim Pferd – äußerlich. Überall, wo unerwünschte Bakterien, Pilze, etc. eine Rolle spielen, ist die Behandlung mit EM eine tolle Alternative. Wir haben sehr gute Erfolge bei Pferden, die sich Schweif oder Mähne scheuern oder auch bei schlecht heilenden Wunden und bei Mauke.
- Anwendung in der Box und im Aktivstall. Das Besprühen mit EM verringert deutlich schlechten Geruch, der zum Beispiel entsteht, wenn zum Beispiel auf Sandboden entsteht, wenn zuviele Pferde dort Urin gelassen haben.
- Anwendung auf Pferdeweiden. Wir haben EM auf einer Weide mit alten Pferdäppeln aufgebracht. Diese lagen noch vom Vorjahr verteilt auf der Weide. Zwei Wochen nach der Behandlung mit EM waren sie verschwunden.
Propolis
Ein weiteres Mittel, welches preisgünstig ist und trotzdem wunderbare Wirkung hat, ist Propolis-Lösung. Propolis wird auch Bienenharz genannt. Es wirkt gegen eine Vielzahl von Krankheitserregern. Die Bienen verwenden es zur Abdichtung von kleinen Öffnungen (da in einem Bienenstock viele Insekten auf engstem Raum bei 35°C und hoher Luftfeuchtigkeit zusammenleben, herrschen dort ideale Bedingungenfür die Ausbreitung von Krankheiten, so dass die Bienen einen effektiven Schutz benötigen => Propolis)
Den Tipp zur Verwendung von Propolis habe ich aus dem Buch “Gesunde Pferde – ein Praxisbuch” von Melany Clahsen. Dieses Buch ist auch für viele andere Gesichtspunkte rund um die Pferdegesundheit sehr zu empfehlen.
Wir verwenden Propolis-Lösung äußerlich für jede Form von Verletzungen, da es
sehr gut desinfiziert UND die Heilung fördert.
Innerlich kann man es einsetzen zur Steigerung der Immunabwehr und auch als Bestandteil einer alternativen Entwurmung. (Wir nehmen für ein Großpferd 8 Tage jeweils 3 Eßlöffel über das Futter)
Ich kaufe Propolis als Pulver und setze es mit Alkohol für ca. 6 Wochen an. Auf diese Weise erhält man Propolis-Tinktur. Diese wird dann wiederum mit destilliertem Wasser verdünnt (Verhältnis 30ml auf 1l Wasser). Diese Lösung ist dann jedoch nur etwa 3 Monate haltbar.
Kräuter
Kräuter sind für Pferde seit jeher eine natürliche Futterergänzung. Früher waren sie auf den Weiden in großer Vielfalt vertreten und die Pferde konnten sich “selbstständig” mit den nötigen Vital- und Nährstoffe, mit Spurenelementen, Vitaminen und Mineralstoffen versorgen. Heute sind auf den Weiden leider kaum Kräuter zu finden. Viele Futtermittel sind vitalstoffarm und synthetisch mineralisiert. Die künstlichen Vitamin- und Mineralergänzungen sind oft zu hoch dosiert und werden im Verdauungstrakt des Pferdes schlechter verwertet als in ihrer natürlichen Form.
Wenn man fertiges “Kräutermüsli” kauft, so enthält es meist nur einen Kräuteranteil von wenigen Prozent.
Auf Gut Heinrichshof haben wir daher sehr gute Erfahrungen mit der Zufütterung von reinen Kräutern gemacht. Bewährt haben sich vor allem Hustenmischungen (zum Beispiel Thymian, Spitzwegerich, Lungenkraut, Königskerze) und Kräuter, welche die Entgiftung anregen und sich somit besonders positiv bei angelaufenen Beinen, Hautproblemen und zu dicken Bäuchen auswirken (Brennessel, Birke, Klebkraut, Wegwarte)
Heilerde
Besonders bei unseren Offenstallpferde, die man nicht mit einem Verband in die Box stellen möchte, haben sich Packungen aus Heilerde sehr bewährt. Schwellungen mit Wärmeentwicklung (zum Beispiel Ödeme im Schlauchbereich von Kribbelmücken oder leichte Formen von Phlegmonen (eitrige Entzündung des Bindegewebes und der Lymphgefäße)) schmieren wir mit Heilerde ein. Dazu einfach Heilerde mit Wasser zu einem Brei anrühren und auf die Stelle geben.
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